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11 Tipps zum Buchschreiben

Ein Buch zu schreiben ist nicht immer einfach, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Als angehender Autor hast du viele brennende Fragen, auf die du eine Antwort suchst. Bevor ich mein Buch 2003 veröffentlichte, hatte ich auch unzählige Fragen zum Schreiben und zum Publishing. Das ist selbstverständlich.

 

„Kannst du mir einen Tipp geben? Was wäre deiner Meinung nach die wichtigste Sache beim Buchschreiben?“ wurde ich im Laufe der Jahre oft gefragt. Die Antwort fiel jedes Mal etwas anders aus. Der Grund dafür war, dass ich mich nicht auf eine Sache festlegen konnte, welcher Aspekt der wichtigste sein würde. Welcher Bereich würde den wichtigsten Einfluss auf den Schreiberfolg haben?

In diesem Artikel findest du grundlegende, aber absolut relevante Tipps, zum Thema Buchschreiben. Mein Ziel ist es, das Schreiben für dich effizienter und leichter zu gestalten. Einige Ideen davon hast du sicher schon gehört, aber sie sind so wichtig (z.B.: Thema Lektorat), da sie Teil dieser Tippserie sein müssen. Auch wenn diese grundlegenden Ideen oftmals unterschätzt werden, in Gesprächen mit Autoren haben diese mir die Relevanz der einzelnen Punkte bestätigt.

Also schauen wir uns die einzelnen Bereiche einmal etwas genauer an.

 

Beginn

1. Idealer Leser

Wie schreibe ich am besten? Wie spreche ich die Leser an? Was soll ich schreiben?

Über die Jahre habe ich gemerkt, dass es angehenden Autoren leichter fällt, wenn sie sich eine konkrete Person vorstellen, für die sie das Buch schreiben. Für wen schreibst du das Buch? Als Unternehmer ist es am besten ein Ratgeber-Buch für seine Zielgruppe zu schreiben, also sollte diese konkrete Person ein potentieller Leser deiner Zielgruppe sein.

Denk an deine derzeitigen Kunden und suche dir eine Person aus, für die dein Buch – bevor er oder sie dein Kunde wurde – von großem Nutzen gewesen wäre. Schreibe den Namen dieser Person auf. Wenn du dich nun hinsetzt und dein Buch zu schreiben beginnst, stelle dir vor, du würdest dieser einen Person Tipps und Tricks verraten und Informationen geben. Der Trick ist, du schreibst nicht für hunderte Leser, sondern nur für diese eine Person. Alle Informationen, wie auch immer du sie verpackst, sind darauf ausgerichtet, dieser einen Person zu helfen.

Wann immer du ins Stocken kommst, frage dich einfach, was wäre für deinen „idealen Leser“ interessant. Wie könntest du ihm helfen und welche Informationen könnte er brauchen.

 

2. Zusammenfassung & Inhaltsverzeichnis

Diese zwei Punkte sind relevant, um sicher zu gehen, dass du das Buchprojekt nicht nur beginnst, sondern auch beendest. Denn nur wenn du das Buch fertiggeschrieben hast, kannst du das ganze Potential eines Buches für dich nutzen.

Schreibe in deiner Zusammenfassung, um was es in deinem Buch geht, warum du dieses Buch schreibst und welches konkrete Problem Thema sein wird. Zusätzlich notierst du dir den Nutzen, den deine Leser durch das Buch erhalten. Was lernen sie und was können sie danach sofort umsetzen, um entweder ihre Herausforderungen zu bewältigen oder ihre Lebenssituation zu verbessern.

Die Zusammenfassung dient dir als Wegbeschreibung, als roter Faden während des Schreibens. Immer wieder hat man Ideen und schreibt Seiten oder sogar ganze Kapitel, die letztendlich nicht in das Buchkonzept passen. Passiert immer wieder. Deine Zusammenfassung hilft dir diese Umwege auf ein Minimum zu beschränken.

Danach nimm dir kurz Zeit und überlege dir 12 Kapitelthemen für dein Inhaltsverzeichnis. Im ersten Schritt kannst du Listenschreiben oder Brainstorming als Technik zur Ideenfindung verwenden. Es können anfänglich auch viel mehr Themen auf deiner Liste stehen. Reduziere diese im zweiten Schritt auf 12 bis 15. Im dritten Schritt überlegst du dir dann Unterkapitel zu jedem Kapitel. 10 bis 12 Unterkapitel, wenn du ein längeres Buch schreiben willst und 5 Kapitel, wenn dein Ziel ein E-Book ist. Somit hast du die Struktur für dein Buch geschaffen.

Die Zusammenfassung gibt dir eine gute Übersicht über dein Buch und das Inhaltsverzeichnis ist deine genaue Wegbeschreibung, um an dein Ziel zu kommen.

 

3. Seite für Seite

Ein Buch zu schreiben scheint eine große Herausforderung zu sein. Vor allem wenn man an die vielen Seiten denkt, die mit Wörtern gefüllt werden müssen. Es hilft, wenn du dir bewusst machst, dass das Buch aus vielen einzelnen Kapiteln und jedes Kapitel aus mehreren Seiten besteht. Dein Ziel ist es in – sozusagen – Baby Steps, Seite für Seite deines Buches zu schreiben. Du kannst 1 Seite schreiben, daran besteht kein Zweifel. Und dann wieder eine und so weiter.

Wenn du willst, kannst du in noch kleineren Einheiten denken – Absätze. Setze dir als Ziel zwei Absätze zu schreiben – zirka 300 Wörter. Kein Problem, oder? Gewöhne dich einmal ans Schreiben, lass deine Gedanken fließen und denke an deinen „Idealen Leser“, für den du schreibst.

Das Schreiben ist ein Prozess, ein Ablauf und mit jeder geschriebenen Seite wird es dir leichter fallen. So näherst du dich Seite für Seite deinem Ziel, deinem Buch.

 

Umfeld

4. Zeit

Wann ist die beste Zeit zum Schreiben? Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Für die Mehrheit der Autoren sind die Morgenstunden und der Vormittag der beste Zeitpunkt. Einige wenige bevorzugen die Nacht, wenn die Familie sich zurückgezogen hat und es im Haus oder in der Wohnung still ist.

Der Morgen hat den entscheidenden Vorteil, dass deine Gedanken noch frei von den alltäglichen Sorgen und Belastungen sind. In dieser neutralen Stimmung, kann der Autor kreativ und effektiv arbeiten.

Keine Ahnung, ob du ein Morgen- oder Abendmensch bist. Ich schreibe gerne in der Früh, ab 05:30 Uhr nach einem guten Kaffee. Ich habe einiges ausprobiert, aber entscheidend ist für mich, dass ich in der Früh noch frei von den Alltagsgedanken bin und ich zuhause ungestört bin.

Wichtig ist, dass du regelmäßig und am besten immer zur gleichen Zeit schreiben kannst. Wenn du diesen Rhythmus verinnerlicht hast, der Schreibprozess zur Routine wird, dann wird dir das Schreiben leicht fallen und du wirst in kürzester Zeit dein Buch geschrieben haben.

 

5. Ort

In vielen Köpfen gibt es die Vorstellung, dass der angehende Autor viele Monate in einem dunklen, kleinen Zimmer verbringt, wo er seine Gedanken zu Papier bringt. Klingt nicht sehr motivierend. Es gibt bessere Orte.

Es spielt keine Rolle wo du schreibst, du kannst dein Buch in einem eigenen Zimmer zu Hause oder im Büro schreiben. Wichtig ist, dass du dich zurückziehen und von allen Störfaktoren abschotten kannst. Toll wäre natürlich, wenn dich der Platz auch noch kreativ stimulieren würde.

Wenn du im Büro dein Buch schreibst, dann ist es wichtig, dass du für diese Zeitdauer (1 bis 2 Stunden) ungestört sein kannst. Kein Telefon und auch kein Chatten auf irgendwelchen Social Media Plattformen. Auch das Handy solltest du auf Stumm schalten, denn jedes Beep, das eine neue Nachricht ankündigt, lenkt deine Gedanken ab.

 

 

Verlässlichkeit

6. Wörterzahl

Es ist einfach motivierend zu sehen, wie die Zahl der Wörter konstant ansteigt und das Buch Seite für Seite entsteht. Auch wenn ich Blog-Beiträge, wie diese schreibe, schaue ich immer auf den Zähler und freue mich wenn ich nach kurzer Zeit 500 Wörter, dann 1000 Wörter geschrieben haben. Mein Ziel ist es rund 1000 Wörter pro Artikel zu schreiben. Natürlich werden es manchmal mehr und manchmal weniger sein.

Wie lange soll das Buch werden? Hier eine allgemeine Richtlinie:

10000 Wörter – entspricht einem White Paper, Informationsbroschüre

20000 Wörter – entspricht einem dünnen E-Book

40000-60000 Wörter – entspricht einem vollen Sachbuch

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass nicht die Anzahl der Worte die Qualität des Buches ausmacht, sondern wie viel Nutzen der Autor in das Buch hineingepackt hat. Es gibt genügend Bücher mit 60000 Wörtern und mehr, die sehr viel Information bieten, aber keinen konkreten Nutzen. Im Gegensatz dazu gibt es zahlreiche White Paper – nur wenige Seiten umfassend – die alles Relevante auf den Punkt bringen und so dem Leser den gewünschten Nutzen bringen.

 

7. Wochenziele

Keine Ahnung, wie oft du pro Woche Zeit zum Schreiben hast, aber es sollte regelmäßig sein und du solltest einen konkreten Plan haben. Die Erfolgschancen steigen mit einem wohlüberlegten, schriftlichen Plan, den du dir am besten neben deinem PC an die Wand heftest. Trage dir deinen Plan auch als Termine in deinen Kalender ein, damit du weißt, dass diese Zeiten bereits belegt sind.

Zusätzlich zu den Terminen überlege dir, wie viele Wörter du pro Woche schreiben willst und kannst. Es muss eine konkrete Zahl sein und diese setzt du dir als Ziel. Wichtig ist, dass es ein realistisches Ziel ist, sonst wirst du am Ende der Woche ziemlich enttäuscht sein. Wie wäre es mit 4000 Wörtern? Die Zahl hängt natürlich davon ab, wie viel Zeit du investieren kannst.

Und am Wochenende schaust du, ob du dein Ziel erreicht hast. Evaluierung ist der Schlüssel zum Erfolg.

 

Motivation

8. Schreib-Partner

Es ist nicht immer einfach über einen längeren Zeitraum motiviert zu bleiben. Viele Autoren haben damit ein großes Problem. Manchmal stocken einfach die Ideen, die Produktivität leidet und schon sinkt die Motivation das Buch fertig zu schreiben.

Im Sport, zum Beispiel beim Laufen, suchen sich viele Leute einen Trainingspartner. Oft gibt es Zeiten, wo die Eigenmotivation nicht mehr ausreicht – man nicht in der Stimmung ist seinen Plan durchzuziehen – und dann hilft es jemanden zu haben, der einem den notwendigen Kick gibt.

Beim Schreiben ist es hilfreich, wenn du eine Vertrauensperson hast, mit der du einmal in der Woche über deine Fortschritte bei deinem Buchprojekt sprichst. Du sagst ihr deine Ziele für die kommende Woche und wie es dir bei der Umsetzung in der letzten Woche ergangen ist. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass dies einer der besten Wege ist, sein wöchentliches Schreibpensum zu erfüllen.

 

9. Erzähle anderen davon

Eine weitere effektive Methode,  um deine eigene Motivation zu erhöhen und das Durchhaltevermögen zu aktivieren ist, es vielen Leuten zu erzählen. Wenn du erst einmal vielen Personen von deinem Projekt berichtet hast, dann wirst du deine Ziele auch umsetzen. Es nicht zu tun, würde dich in ziemlich arge Verlegenheit bringen und niemand will sein Gesicht verlieren indem er eingesteht, dass er sein Ziel nicht erreicht hat.

Wem sollst du es erzählen? Gut, auf Facebook kennst du sicher einige Leute, die dich vielleicht doch etwas besser kennen. Es soll schon eine Gruppe von Leuten sein, wo es schmerzt, wenn sie dich dann fragen, was denn so aus der tollen Buchidee geworden ist. J

 

10. Buchcover

Du brauchst ein Buchcover – früher oder später. Warum nicht früher? Was glaubst du, wie groß deine Motivation ist, wenn du täglich dein Buchcover vor dir siehst. Der Titel deines Buches und dein Name auf dem Cover.

Je öfter du dieses Cover siehst, desto stärker wird deine Motivation werden, dieses Bild Realität werden zu lassen. Du bist motiviert das Buch zu schreiben und wirst die nötige Disziplin aufbringen, um dein Projekt zu Ende zu führen.

Dies muss nicht das endgültige, druckfertige Cover sein, es kann einfach nur ein selbsterstelltes Bild sein, das du in einem Zeichenprogramm erstellt hast. Es ist einfach wichtig, dass du etwas Konkretes vor dir hast, nicht nur eine Idee oder Vorstellung.

 

Schluss

11. Korrekturlesen.

Es geht nicht ohne. Trotzdem gibt es immer wieder Autoren, die aus Zeitgründen (hoffe nicht aus überzogener Selbsteinschätzung), auf ein Korrekturlesen durch Dritte verzichten. Einige Autoren, die ihre Bücher als E-Books veröffentlichen, begehen den Fehler und sparen an einem professionellen Lektorat.

Am besten, du stellst dir das Korrekturlesen als 3-Schritte-Prozess vor.

Zuerst schaust du nach dem Schreiben, ob die Abfolge des Inhalts noch immer logisch aufgebaut ist. Sollte so sein, denn vor Schreibbeginn hast du ja eine Zusammenfassung und ein Inhaltsverzeichnis (inklusive Unterkapitel) erstellt. Gleichzeitig kannst du beim Durchlesen auch die Tippfehler bereinigen. Bei den meisten Textverarbeitungsprogrammen wie Word von Microsoft erkennst du die Fehler ganz einfach, da sie mit einer roten Wellenlinie gekennzeichnet sind.

Im zweiten Durchgang nimmst du dir dann jeden Absatz her und liest in laut durch. Solltest du irgendwelche eigenartige Formulierungen geschrieben haben, dann werden dir diese beim Lautlesen auffallen. Sei konsequent auch wenn das Projektende schon in Sichtweite gerückt ist.

Als dritten Schritt solltest du dein Manuskript jemanden zum Lesen geben, der dies professionell macht, denn schließlich willst du ja, dass dein Buch einen professionellen Eindruck hinterlässt.

 

Es ist eine fantastische Zeit als Autor zu beginnen. Es gibt unzählige Möglichkeiten und das Potential ist unbegrenzt. Jeder Autor hat einmal bei Null begonnen. Ich hoffe, die 11 Tipps helfen dir dein Buch-Projekt erfolgreich umzusetzen.

Viel Erfolg & Happy Writing

Gernot

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